Der Foxteich!

 

Anfang Sommer 2011 luden mich zwei Freunde, Didi und Heavy, ein, für einige Nächte am Foxteich bei Herzogenburg zu fischen. Da der Teich sehr seicht mit Karpfen besetzt ist und das Kraut bis in die Tiefe von 6 Meter sehr dicht verwachsen ist, ist es nicht gerade leicht an diesem Gewässer zu fischen.

Heavy hatte in diesem Jahr gerade Mal einen Karpfen auf die Matte bekommen. Wobei es den anderen Carphuntern nicht sehr viel besser ging. Aber die Karpfen, die hier schwimmen, sind Dank dem Naturfutter im Kraut und dem seichten Besatz sehr gut am Wachsen. Daher beherbergt die Schottergrube schöne kapitale Karpfen, wobei immer wieder welche gefangen werden, die noch unbekannt waren.

 

 

Didi mit seinem 16er Spiegler!

 

An diesem gesagten Wochenende waren 6 Carphunter am Wasser, wobei gerade mal Didi einen Satz Karpfen mit 2 kg und einen schönen Spiegler mit 16 kg fangen konnte. Wir fischten an der Bahnseite, wo jede Stunde ein Zug vorbei rollte. Ich hatte am Freitagabend gegen 16 Uhr meine Ruten ausgelegt und hoffte auf Fischaktivität. Samstagmorgens als ich aus dem Zelt kam, sah ich dass sich der Swinger meiner rechten Rute um gut 10 cm abgesenkt hatte. Nur ignorierte ich dies, da, als ich die Rute vom Boot aus ablegte, der Wind sehr heftig ging und ich eigentlich der Meinung war, dass dies die Ursache dafür war.

 

 

 

Am Abend wurde es wieder Zeit die Ruten neu zu legen, nur die besagte, die an der Uferkante von 2 Meter abfallend auf 3 Meter lag, hing fest. Ab ins Boot und Richtung Futterstelle! Es fiel mir aber gleich auf, dass die Montage nicht an meinem Spot lag, sondern die Schnur ging gut 10 Meter noch weiter raus ins Freiwasser. Ich zog mit der Rute, aber es ging einfach nichts, so nahm ich die Schnur, wickelte diese um die Hand und zog mit aller Kraft daran. Unglaublich was da an die Oberfläche kam! Ein riesiger Buschen Kraut und die Schnur zog plötzlich Richtung Freiwasser und eine Granate von Schuppenkarpfen durchbrach die Oberfläche…. ! „Sche….!“ dachte ich noch, da sich die Schnur in meine Hand schnitt, konnte ich nicht auslassen. Das Vorfach brach und der Fisch verschwand in der Tiefe.

Er hatte einen guten Meter und vom Gewicht schätzte ich ihn auf 25 kg. Das sollte es nicht gewesen sein, und ich vereinbarte mit meinen Freunden, dass ich noch mal kommen möchte um diesen Burschen in meinem Kescher zu sehen!

 

Mitte Oktober bekam ich von Didi die Nachricht, Schuppi 25,80 kg!! „So ne Schei…!“ dachte ich, meine Chance ist vorbei! Aber ich vergönne ihn dir wirklich Didi!! Petri mein Freund, du hast ihn dir verdient!

 

 

Petri Didi! 25,80kg!

 

 

Die Vermutung liegt nahe, dass es der selbe Fisch war, wie der, den ich verloren habe, aber warum wird er Jahre lang nicht gefangen und dann gleich zwei Mal innerhalb von wenigen Monaten?

Am 3. November war es soweit, ich und Heavy befischten wieder den Foxteich, aber dieses Mal auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Als ich mittags ankam, hatte er schon seine Ruten fertig ausgelegt. Heavy befischte die rechte Uferseite und ich die linke. Meine rechte Rute legte ich vor eine Kante in ca. 3,5 Meter Tiefe bei einer Wassertemperatur von 10 Grad. Die mittlere legte ich über die Kante auf ca. 5 Meter Tiefe. Bei der linken Rute meinte Heavy nur, ich sollte diese Montage unter den Baum legen! Wenn es mein Freund sagt, mache ich das! Diese Rute bestückte ich mit den Paro Meeresfrüchte Single Hookbaits, die mittlere mit Paro Drunken Carp und die rechte mit Paro Knoblauch! Jetzt begann das große Warten, Biss oder kein Biss, das ist hier die Frage!

Am Abend wurde es sehr kalt, aber am Lagerfeuer war es angenehm und wir quatschten über Gott und die Welt, bis sich einer meiner Delkims mit einem einzigen Piep meldete! Da sah ich, dass es die Rute unterm Baum ist, schnell Rute aufnehmen und Vollgas! Sofort spürte ich wie der Fisch durch den Baum zog… ab ins Boot! Drei Minuten später sah ich im Schein der Led Lenser, wie sich die Schnur vom Baum entfernte, ja er ist frei und so konnte ich mit etwas viel Kraut weiterdrillen. Über den Fisch angekommen konnte ich im Lichtkegel in etwa 3,5 Meter Tiefe etwas ausmachen, etwas, das mir kurz den Atem nahm! Ein dicker, fetter runder Schuppi, der seine Bahnen zog, aber bitte dieses Mal muss ich gewinnen dachte ich noch. Obwohl ich vor so viel Kraut den Fisch fast nicht sah, versuchte ich zu Keschern und, jaaaa er war im Netz! Meinen Freudenschrei hörte man wahrscheinlich bis nach Herzogenburg! Mir wurde sofort klar, dass es nicht der Schuppi vom Sommer war, da dies ein langer war und der war kugelrund. Ab auf die Matte zum Wiegen. Die Reuben Heaton zeigte 24,70 kg - yes neuer Personal Best!!

 

 

Danke Paro Meeresfrüchte und Foxteich!

 

Mann, war ich happy, diesen Fisch gelandet zu haben! Heavy bemühte sich mit ganzem Körbereinsatz schöne Fotos zu machen, danke mein Freund! Nach dem Shooting bekam er noch einen Kuss und wurde wieder in die Tiefe des Foxteiches entlassen. Was sollte jetzt noch schief gehen.

Morgens um 4 Uhr meldete sich wieder die Rute unterm Baum, leider kam ich zu spät, Baum Kraut, Schonhaken - Fisch ade. Eine Stunde später meldete sich ein Delkim von Heavy, aber auch der Fisch ging ins Kraut und verschwand in der Tiefe ohne sich zu zeigen. Wir legten uns gerade auf die Liegen, als mein mittlerer Delkim piepte und gleich wieder verstummte. Ich ließ die Rute aber liegen und legte mich schlafen. Um 6.15 Uhr Run, wieder auf der Rute unterm Baum, anheben und … komischer Fisch dachte ich noch, da tauchte auch schon eine Ente auf!

Ente versorgt, freigelassen und wieder ab auf die Liege. Mittags legten wir wieder neu aus und die mittlere Rute, die sich nachts meldete, hing fest. Da spürte ich einen Schlag, ab ins Boot und raus zum Fisch. So viel Kraut und so wenig Fisch, aber immerhin konnte ich ihn landen - 2,3 kg klein aber ein Karpfen! Am Nachmittag hatte Heavy einen Biss, doch leider ging auch der im Kraut verloren.

Um 23 Uhr bekam ich einen Run auf meiner rechten Rute im Freiwasser in 5 Meter Tiefe. Da auch dieser sofort im Kraut hing stieg ich ins Boot und fuhr raus. Übern fisch angekommen sah ich ihn in 3 Meter Wassertiefe mit enorm viel Kraut in der Schnur. Ein Spiegler mit ca. 15 kg zog mit aller Gewalt in die Tiefe. Es war ein schöner Anblick, doch dabei sollte es bleiben, er tauchte ab ins Kraut und das 25 lbs Vorfach brach. Sche…. So ein Pech!! Neu auslegen und ab auf die Liege mit einem mulmigen Gefühl im Bauch.

Das war’s dann die restliche Nacht und der ganze Samstag nichts außer ein paar Piepsern. Samstag kurz vor 23 Uhr: mein mittlerer Delkim ging ab wie die Feuerwehr. Es war sau kalt. Heavy blieb im Zelt, ich sagte noch, wenn ich dich brauche rufe ich dich! Ich drillte ihn schon gut 15 Minuten, als ich über mir einen Hubschrauber hörte. Meine Reaktion war, dass ich nach oben schaute. Fehler, es war die Polizei und ich hatte natürlich die Led Lenser voll aufgedreht und leuchtete die voll an. Die drehten gleich um und hatten auch eine Led Lenser! Nur 100000 Mal so stark wie meine ;-) zuerst leuchteten die einen Lichtkegel von gut 400 Meter aus und als sie mich sahen mit meiner Nussschale mitten in der Nacht am Wasser bündelten sie das Licht auf ca. 50 Meter Durchmesser! Und ich mitten drin! Voll geil das müsst ihr mal gesehen haben, ich glaubte ich schwebe. Unter mir 6 Meter tiefes Wasser und ich sah außer Kraut und einen riesigen Karpfen an meinem Haken nichts. Es sah aus als würde ich schweben und der Karpfen fliegen! Ich konnte bis zum Grund alles genau sehen auch als er ins Kraut abtauchte und mein 25 lbs Vorfach abriss! Fisch weg und die Herren von der Polizei flogen auch wieder weiter, pff mir wurde leichter, aber nur wegen dem Flugvogel! Dass ich wieder einen so schönen Schuppi wegen Schnurbruch verloren habe, das kann es doch nicht sein!

Das könnte aber der Karpfen vom Sommer gewesen sein, da er auch sehr lange und bullig war, oder es gibt noch etliche mehr in diesem See, die noch niemand gesehen hat?! Fragen über Fragen. Ich drehte den Außenborder auf und begab mich Richtung Steg, da hörte ich einen meiner Delkim, wie er um Hilfe schrie. Ich hoffte, dass Heavy zur Rute geht, aber ich sagte ja, ich rufe ihn, falls ich ihn brauchen sollte. Das mache ich nie wieder, da er glaubte ich sei am Steg und lege neu aus. Deswegen blieb er im Zelt, da war es ja auch nicht minus 7 Grad kalt! Endlich an der Rute und wieder die unterm Baum, doch der Fisch nahm so viel Schnur und durchschwamm schon etliche Äste und Krautbuschen, sodass ich auch ihn verlor.

 

 

 

Alles in Allem war es trotz der vielen verlorenen Fische ein Hammer Wochenende. So viele Bisse hatte Heavy das ganze Jahr nicht wie wir in diesen drei Nächten. Ich fische sowieso nur Paro Baits und die meiste Aktivität hatte ich auf den Meeresfrüchten Single Hook Baits. Auch Heavy hatte seine Bisse auf Paro Baits und nicht auf den Boilies, die er sonst immer fischte.

Danke meine Freunde, dass ich am Foxteich mit euch fischen durfte, und ich würde mich freuen, wieder Mal mit euch die Karpfen aus dem Foxteich zu suchen! Ja das ist der richtige Ausdruck dafür, da wirklich sehr wenige Karpfen im See leben. Im Herbst 2011 wurden etliche handerlesene Kleinkarpfen gesetzt, da bin ich schon gespannt wie die anwachsen.

 

Viel Glück für die Zukunft, wünsche ich dem Foxteich und einige Überraschungen schlummern in jedem See!

 

Werner Kienast

Paro Baits Austria Carp Team!