Pizzen, Basta uns Bolsena!

 

Kein kulinarisches Erlebnis, aber sehr abenteuerlich!

Wieder ist ein Jahr vergangen und die Planung ging im Sommer los! Wohin sollte unser Urlaub in diesem Winter gehen? Eigentlich wollten wir wieder am Cassien fahren, doch da erfuhren wir vom Vulkansee Bolsena in Italien.

Die ersten Infos waren sehr interessant, aber etwas spärlich. Dank Internet konnten wir aber schnell einiges an Daten von diesem See zusammentragen und somit stand der Entschluss fest!! Bolsena wir kommen!

 

Der See ist 300000 Jahre alt und hat eine Wasserfläche von 114000 Hektar. Die tiefste Stelle beträgt 156 Meter. Von einem Bekannten, der uns den See schmackhaft gemacht hatte, konnten wir zwar einige Dinge in Erfahrung bringen, da er schon zweimal am Bolsena war. Nur zu Fischkontakt ist er nie gekommen.

Am 25. Dezember war es dann soweit, um 19 Uhr war Abfahrt in Mödring, wo Roli seinen Angelshop hat. Gut 11 Stunden später hatten wir unser Traumziel erreicht.

Also was soll ich sagen.....! Wir blickten von einem Hang aus über den See uns staunten nicht schlecht. Ein Panorama wie im Bilderbuch: Schilf, Elefantengras bis zu 4 Meter hoch, das Ufer mit schwarzem Sand und Lavagestein. Schafe zwischen den Olivenbäumen mit Hirten wie vor 100 Jahren, einfach herrlich.

Roli buchte für uns die Plätze 11 uns 12, dank den GPS Daten fanden wir die Plätze ohne Probleme. Wir bezogen nun am 26.12.11 unsere Plätze, an denen wir die nächsten 14 Tage verweilen sollten. Die ersten Probleme gab es beim Aufbau der Zelte, der Wind wehte so heftig, dass es unsere Zelte davon wehte, als würden wir Drachen steigen lassen. Danach wollten wir auslegen, nur die Wellen waren so heftig, dass das Rausfahren mit dem Boot unmöglich war. Also blind rauswerfen und mit einem Schnurbogen von gut 50 Metern Ruten ablegen. Leider hatten wir keine Ahnung wie der Untergrund aussah, daher hofften wir auf unser Glück, halbwegs einen guten Spot zu haben. Meine Köderwahl ging zu Paro Gralic, Single Baits Meeresfrüchte und Tieger,Haselnuß.

In der Nacht glaubten wir, es will jemand unser Boot stehlen, aber es war eine dicke fette Bisamratte die fast ein Kilo meiner Paro Orange- Fisch Boilies aus dem Boot klaute. Fazit!!! Keine Köder offen stehen lassen!

 

 

Am nächsten Morgen war das Wetter unglaublich, windstill, Sonne einfach ein Traum. Jetzt konnten wir das erste Mal mit dem Boot und Echolot unsere Spots genauer anschauen. Was wir zu sehen bekamen war nicht schön! Kraut wohin man schaute. Tiefen von ca. 4 Meter auf ca. 300 Meter Entfernung bei 6-7 Meter. An manchen Stellen wachsen algenartige Gewächse, die ca. 15 cm hoch sind. Das Kraut wächst in verschiedenen Größen von 1 bis gut 4 Meter. Zwischendrin gab es aber ab und zu weisse Flecken, die aussahen, wie Sand. Wir sahen bis zu 7 Meter Tiefe bis auf den Grund, man kann Steine, Algen und Müll genau sehen.

Natürlich lagen unsere Montagen mitten im Kraut. So hätten wir nie einen Fisch landen können. Jetzt versuchten wir an den stellen zu Fischen wo es aussah als wäre es Sand.

Wir suchten fast drei Stunden bis alle Ruten abgelegt waren, auf Spots diehalbwegs auf Erfolg zu hoffen wagten. Auf Entfernungen von 180 bis 200 Metern und in Tiefen von 5 bis 6 Metern hofften wir nun auf Erfolg. Meine rechte Rute bestückte ich mit den Paro Honig Pop Up, wobei ich das Vorfach 30 cm auftreiben liess.

Mittags kam Sarah vorbei, sie kümmert sich um die Fischerlizenzen und bringt Lebensmittel ans Wasser. Heute bestellen und morgen bringt sie alles ans Wasser, bequemer geht’s wirklich nicht. Für diese Dienste verlangt sie 2 Euro! Billiger als selber fahren, suchen und vielleicht nichts finden! Sie spricht sehr gut Englisch leider kein Deutsch.

 

 

Am 28. 12 kurz vor 17 Uhr bewegte sich von meiner rechten Rute der Swinger ein wenig nach unten. Eine gute Viertelstunde später ging er wieder nach oben und die Rutenspitze bog sich nach unten. Rute aufnehmen und ab ins Boot zum Spot, da der Fisch gleich im Kraut festsaß.

Nach etwa 5 Minuten kam der Fisch mit einem Riesenbuschen Kraut an die Oberfläche. Ich kescherte zwar, aber Fisch sah ich keinen, erst als ich ihn ins Boot hievte sah ich einen schönen schwarzen Schuppi, der auf das Paro Honig Pop Up ging. Die Ruben Heaton zeigte 8 kg! Klein aber fein der erste Bolsena Karpfen!

Am 29.12 erfuhren wir von Sarah, dass am Platz 18 in der Nacht ein Schuppi mit 19,5 kg gefangen wurde.

 

 

Einen Tag vor Silvester hatten wir am Abend ein Gewitter, Regen, Blitz und Donner wie im Sommer!

Der letzte Tag des Jahres ist nun angebrochen und wir hofften auf einen Silvester Karpfen. Am See standen wieder die Schwarzbarsch-Fischer mit ihren Booten, die ihr Glück versuchten. Rechts von unserem Platz waren zwei Fischer sehr erfolgreich. Sie hatten Schwarzbarsche bis 40 cm gefangen und einen schönen Hecht. Am Abend besuchten wir das Kaffeehaus, das sich zwischen den Plätzen 11 und 12 befindet. Die Familie Massetti war sehr gastfreundlich, da sie eine Familienfeier hatten, und wir bleiben durften. Wir blieben bis 22 Uhr, danach gingen wir zu unseren Zelten zurück. Mitternacht gab es rund um den See ein knallendes Feuerwerk. Doch das war um 0.01 uninteressant, da sich einer meiner Delkims eine Minute nach Mitternacht meldete. Danach war Stille angesagt. Um 1 Uhr herum ging es wieder los, ein Piep, Pause, wieder ein Piep und wieder Pause. Danach Vollrun! Ich nahm die Rute auf und..., Wahnsinn ein Silvester Drill!

Da der Fisch gleich an die Oberfläche ging, konnte ich ihn bis zum Keschern drillen, ohne ins Boot steigen zu müssen. Ein schöner, kleiner, schwarzer Schuppi mit zwar nur drei kg, aber ein Neujahrs- Karpfen.

 

 

Der erste Tag des Jahres 2012 begann mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Der See zeigte sich wieder von seiner sanften Seite, windstill und viel Sonne. Ab und zu wehte leicht der Wind. Am Abend begann es zu regnen, Nachtruhe!

In der Früh am 2 Jänner regnete es noch leicht. Wir setzten uns im Zelt zusammen und frühstückten. Gegen 10 Uhr standen fünf Italiener vor unserem Zelt und meinten, dass wir auf ihren Plätzen fischen, da sie diese Plätze 11 und 12 gebucht hätten. Nach einer Rücksprache mit Sarah sahen wir bei unserer Anmeldung, dass sie das Datum verdrehten. Somit wären wir bis 1.8.2012 am Wasser gewesen!? Die Betreiberin dachte daher das wir nur eine Woche bleiben und vergab die Plätze für die zweite Woche weiter.

Es hörte zu regnen auf und wir bauten ab. Es wären die Plätze 13 und 18 frei gewesen, aber als all unsere Sachen auf der Wiese lagen, fing es wieder voll zu regnen an. Also entschlossen wir die Heimreise anzutreten.

Es waren acht sehr abwechslungsreiche Tage, die leider sehr schnell vergingen. Vom Wetter hatten wir außer Schnee alles dabei. Solltet ihr vorhaben am Bolsena zu fahren, ist es sehr wichtig, einige Dinge zu beachten.

Ein größeres Schlauchboot ist von Vorteil, da ihr immer mit starken Wind und daher auch mit starken Wellen rechnen müsst. Einen E-Motor, da beim Auslegen der Montagen auf 300 Meter beim Rudern mit Wind ein großer Schnur Bogen entsteht. Dabei bleibt die Schnur im Kraut hängen und man sieht die Bisse noch schlechter. Die Batterien könnt ihr von Sarah aufladen lassen. Echolot ist sehr von Vorteil, aber ein Sichtfenster ist ein Muss! So könnt ihr am Einfachsten die besten Spots ausmachen. Ganz wichtig, Blei nicht unter 200 Gramm, die Italiener fischten mit 200-300 Gramm natürlich verloren sie diese bei jedem Einholen.

Für die Zelte benötigt ihr lange Heringe, da der Boden an vielen Stellen sehr sandig, daher weich ist. Die mit 20 cm sind etwas sehr kurz und halten daher nicht wirklich bei starkem Wind. Die Fahrzeuge stehen direkt am Angelplatz, daher ist es auch möglich, im Wohnmobil zu schlafen. Zwischen den Plätzen 15 und 16 ist ein Badestrand, daher sind in diesem Bereich im Sommer die Plätze nicht sehr ratsam zu befischen.

 

Ich hoffe, Einigen von euch die Vorhaben am Bolsena zu fahren, mit diesem Bericht etwas behilflich gewesen zu sein. Vor allem, da heuer 2012, der WCC am Bolsena stattfindet, wird in nächster Zeit der See etwas überlaufen werden. Eine Woche nach unserer Abreise konnte ein Italiener einen Schuppi mit 29,50 kg fangen.

Der Bolsena See hat sicherlich noch einiges an Geheimnissen in sich verborgen und wird diese vielleicht bei euch freigeben?!

 

Viel Glück für eure Vorhaben!

 

Werner Kienast

 

Paro Baits Austria Carp Team!

 

www.paro.at

 

 

Hier die Fotos!

 

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