Sumba Carp Cup 09

Da sind wir nach den letzten zwei harten Wochen wieder am Packen, wir, Horst und ich, für einen Cup in Kroatien. So wie immer in Tedriesverfahren alles einladen um am nächsten Morgen früh abzureisen. Was wir Karpfen-Angler uns alles antun für unsere Leidenschaft oder besser gesagt ?Krankheit?, das Karpfen-Angeln. Um 6. Uhr morgens hatten wir uns an der Raststation vor dem Grenzübergang Spielfeld verabredet, doch wo ist Horst?? Ich probierte ihn am Handy zu erreichen, aber nur die Mobilbox sprach mit mir und von Horsti gab es keine Spur. Es war dann schon halb sieben, als mein Handy und nicht die Delkims losging, und Horst war am Telefon. Er hatte nur verschlafen und dann noch vergessen das Handy aufzudrehen, aber kein Problem, ich warte gerne auf dich, Horsti *gg*.

 

In Kroatien am Sumba angekommen, war ich überrascht eine schöne Anlage vorzufinden. Das Wasser war blau wie der Himmel, Inseln und Bäume im Wasser, ein Hot Spot nach dem anderen. Horst meinte: ?Die Platzziehung ist meine Sache!?, weil er nicht schuld sein wollte, wenn wir einen schlechten Platz haben. Ich hatte kein Problem damit, nur seine Ansage ?Nicht Platz sieben?, die hatte er die ersten zwei Wettbewerbe auch und war da nicht sehr erfolgreich, da die Fische immer nur zwei Tage am Platz wahren. Und welchen Platz hatte ich gezogen?.? Ohne Worte. Horst rotierte fast am Boden, aber was sollte ich machen, natürlich das Beste daraus, aber der Vorteil war, er kannte alle Hot Spots an diesem Abschnitt des Sees.

Wir fischten wieder mit Paro-,Leber-, Tiger-, Haselnuss-, Fisch- und Seiden- Raupen-Boilies. Horst wußte im Vorhinein, dass dieses Gewässer sehr hart zu befischen ist, da der Untergrund viele Plateaus und Kanten verbirgt, von den Bäumen unter Wasser ganz zu Schweigen. Daher deckte ich mich bei Rolli im Shop mit genügend Schlagschnüren, Blei und Kleinteilen für die Montagen ein. Wie sich später herausstellte, war dies noch zu wenig. Ich befischte ein Plateau auf ca. 110 Meter, in einer Tiefe von etwa 4 Meter und Horst befischte auf seiner linken Seite die Ausfahrt des Sees auf ca. 140 Meter, wo damals, als hier noch Lehm abgebaut wurde, die Lkws ein- und ausfuhren. Nur die ersten 70-80 Meter sind da regelrecht zugewachsen mit alten Bäumen und Sträuchern. Um kurz vor 17.30 Uhr der erste Run, mein Delkim sang ohne Pause. Die Enttäuschung war groß, der Fisch ging quer über den Teich in die Bäume unter Wasser bei der Ausfahrt und kappte mir das Vorfach. Wir legten die Rute wieder auf den Spot und fütterten wieder ein paar Raketen nach, und während die Rakete im Wasser einschlug, kamen die Karpfen an die Oberfläche und saugten sich ein was sie nur erwischten. Siehe da, keine zehn Minuten später der nächste Run, auf der gleichen Rute, mit Paro-Leber und Paro-Pop-Up-Honig Schneemann. Da machte ich mit Hilfe von Horst den ersten Fisch dingfest.

Und da gleich einen Zehn plus mit 14,5Kilo. Der Bann war gebrochen und jetzt ging es erst richtig los! Horst und ich hatten einen Run nach dem anderen, aber leider waren so viele Hindernisse unter Wasser, dass wir viele Fische verloren. Am zweiten Tag nach 18 Uhr war es soweit. Der erste große Karpfen war nun kurz vorm Keschern, bis dahin haben wir sehr schöne Fische verloren und wir schafften es auch diesen Fisch auf die Matte zu legen. Das Wiege- Team kam gerade zum Abwiegen unserer Fänge, und da ging das Rätselraten los.

Ihr kennt das ja Alle oder nicht? Die Schieris meinten 15 Kilo, Horst meinte 16-17 Kilo und ich sagte 19-20 Kilo. Aber ?Nicht doch? meinten Horst und die Schieris, ?so schwer ist der nicht?, aber die Waage und das Foto lügen nicht, nach zwei versuchen dann das Ergebnis: 19,6 kg! Was für ein schöner Sumbaianer, aber das ist nicht der Größte in diesem See, der Rekord liegt jetzt bei über 25 kg. Wir konnten auch zwei Amur auf den Leber-Boilies bis 11,08 kg fangen, wobei die Großen, über zwanzig Kilo, sich nicht blicken ließen. Horst fing zwei Stunden später einen langen Spiegler von 13,16 kg, und da hatten wir einen Vorsprung auf den zweiten Platz mit über 80 kg.

Am dritten Tag fingen die Fische an uns zu verlassen, denn dann spielte sich das Meiste am Ufer gegenüber ab, wo das Wasser bis zu sieben Meter tief ist. Wir merkten auch schon, dass uns die Haken, Schlagschnüre und Bleie ausgingen, da wir am Tag bis zu 30 Riggs binden mußten und bis zu 15 Mal neue Schlagschnüre, weil viele in den Bäumen hängen blieben.

Das Blei löste sich zwar (das merkte ich auch in meiner Tasche, nachdem ca. sieben Kilo versenkt waren) oft dank Lead Clips von Korda aber dann war die Schlagschnur zu zerknittert, dass wir sie wechseln mussten. Meine bevorzugten Schlagschnüre von Dega, die Taper Tips 0,28-0,60 und von Climax die Surf Line 0,28-0,58, wobei ich auch Heli Rigs direkt an der Schlagschnur fische. Die Lead Clips von Corda sind immer da im Einsatz wo Hindernisse vorhanden sind, da die Clips aus Kunststoff sind, sich leicht aufbiegen und das Blei sicher lösen. Die Clips von Mika haben einen Metallbügel, welcher für schweres Blei und fürs freie Wasser sehr gut geeignet ist, aber bei Hindernissen im Wasser ist diese zu gefährlich, da sich das Blei nur schwer lösen kann, was für die Karpfen tödlich sein kann.

 

Wir fingen noch Fische, aber die Anzahl der Runs war nicht mehr da, und so ging der letzte Abend in die Nacht über. In der letzten Stunde des Event sollte sich dann alles entscheiden, da zwischen uns und dem noch zweiten Platz gerade mal neun Kilo waren und das konnte knapp werden. Nun haben wir unsere letzten zwei Fische im Holz verloren und mussten zusehen wie das andere Team kurz vor Schluss noch einen Fisch drillte. Das Wiege-Team stand hinter ihnen und wartete nur darauf zu wiegen. ZACK, da war die Schnur gerissen! Fisch weg - und wir schauten zu und hatten noch Hoffnung.

Er wollte die Rute vor Zorn auf den Boden schlagen, aber dann legte er sie weg, ging zum Wasser und da war der Schock tief: die haben noch einen Karpfen eingesackt! Neun Kilo sind hier kein Problem zu toppen und da war er der Schlusspfiff: Ende, aus! Jetzt alles einpacken und ab zur Vereinshütte zur Preisverleihung. Wir wollten schon den Gegnern gratulieren, aber die sagten: ?Nö?! Ihr habt gewonnen!!? Zu unserem Glück hatten wir um ca. 1,5 Kilo Vorsprung den Sieg mit Paro Baits in der Tasche. Dank der ersten drei Tage, an denen wir mit der guten Taktik von Horst und den guten Baits die Fische am Platz halten konnten, haben wir den Vorsprung gut ausbauen können.

 

Wir konnten auch ein gutes Durchschnittsgewicht erreichen, da wir viele Fische über zehn Kilo hatten und viele zwischen 9 und 10 Kilo. Jetzt ging es für drei Wochen ab nach Hause bis zum nächsten Cup, denn Arbeiten muss ja auch sein ;-)!

 

Werner K. & Horst W.

Paro Baits Austria Carp Team